Bär – Biologie und Verhalten

Aussehen, Körperbau, Charakteristik

Das dichte Fell des Braunbären kann von schwarz bis hin zu cremefarben variieren. Bären sind Vierfüßer, können sich aber auch auf ihre Hinterfüße stellen, da sie ein weitaus flexibleres Schultergelenk als andere Beutegreifer haben. Männchen sind zwischen einem Drittel und der Hälfte größer als Weibchen, Männchen erreichen ein Körpergewicht zwischen 200 und 350 kg, Weibchen liegen zwischen 80 und 180 kg.

Sinne

Der bestausgeprägte Sinn ist der Geruchssinn. Ein Bär hat in etwa gleich viele Geruchsrezeptoren in der Nase wie ein Hund. Diese setzen sie hauptsächlich zur Nahrungssuche ein, egal ob es sich um Kadaver oder um den Reifegrad von Früchten/Pflanzenteilen handelt. Auch die innerartliche Kommunikation läuft über Gerüche. Das markante Aufrichten auf die Hinterbeine wird meist mit einer leichteren Aufnahme von Gerüchen in Verbindung gebracht.

Der Gehörsinn ist ebenso gut ausgebildet. Bei Störungen zieht sich ein Bär normalerweise sofort zurück oder verbleibt in seinem Versteck.

Bären sind weiters für Ihren Orientierungssinn bekannt. Man geht sogar davon aus, dass Bären eine geistige Landkarte ihres Streifgebietes besitzen, mit allen wichtigen Futterstellen, Unterschlupfen, menschlichen Siedlungen usw. Das führt jedoch auch dazu, dass er immer wieder zurückkehrt, hat er einmal eine Futterquelle geortet (Abfalltonne, Komposthaufen).

Leistungsfähigkeit

Ihr Aktivitätsradius liegt zwischen wenigen hundert Metern bis hin zu rund 35 km in einer Nacht. Dies ist abhängig von verfügbaren Futterressourcen oder einer Partnersuche. Suchen sie ein neues Streifgebiet, können im Extremfall auch hunderte Kilometer zurückgelegt werden.

Verhaltensmuster

Braunbären können zu jeder Tageszeit aktiv sein, in der Regel sind sie jedoch morgens und abends auf Futtersuche und ruhen sich tagsüber in einem Versteck aus. Diese Verstecke sind meist unter Wurzelstöcken sowie flache, von ihnen gegrabene Vertiefungen oder Felshöhlen. Bären halten Winterschlaf, welcher je nach Schneeverhältnissen und Temperaturen variieren kann.

Sozialverhalten

Bären sind in der Regel Einzelgänger, kurzfristige Verbindungen entstehen während der Paarungszeit zwischen ca. Mai-Juli. Das Sozialverhalten ist zwar wenig komplex, aber keineswegs „unsozial“. Sie sind um einiges toleranter gegenüber Artgenossen im Streifgebiet als andere Beutegreifer – Bären besetzen kein klassisches Territorium. Streifgebiete können sich überlappen. Bären nutzen Gebiete der Jahreszeit angepasst und nicht immer gleich intensiv.

Ernährung und Jagdverhalten

Der Bär gilt als großer Beutegreifer, er ist aber ein Allesfresser und nutzt daher ein breites Nahrungsspektrum. Dazu gehören auch offene Mülltonnen, Komposthaufen und andere Abfälle des Menschen, was oft Grund für Konflikte ist.

Die Ernährung ändert sich im Jahresverlauf, im Frühjahr dominieren Gräser, Kräuter und teilweise Fallwild, der Sommer ist charakterisiert durch zuckerhaltige Waldfrüchte, und Insekten. Im Herbst, wo sie sich den Fettvorrat für den Winter anfressen, greifen sie je nach Verfügbarkeit hauptsächlich auf Bucheckern, Eicheln, und Früchte, aber auch auf Säugetiere zurück.

Quellen:
Heurich, M. (Hrsg.), 2019: Wolf, Luchs und Bär in der Kulturlandschaft. Konflikte, Chancen, Lösunen im Umgang mit großen Beutegreifern. Praxisbibliothek Naturschutz und Landschaftsplanung, herausgegeben von Prof. Dr. E. Jedicke. Ulmer-Verlag. Stuttgart. 287pp.
Animal Diversity Web (ADW): https://animaldiversity.org/accounts/Ursus_arctos/ – University Michigan, Museum of Zoology.
Large Carnivore Initiative for Europe (LCIE) https://www.lcie.org/Large-carnivores/Brown-bear
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