Herden­management

Das Herdenmanagement umfasst alle Tätigkeiten direkt am bzw. für das Tier und bestimmt damit auch die Zusammensetzung der Herde, um diese unter den Bedingungen des angewendeten Haltungssystems fit zu halten. Darunter fallen alle tiergesundheitlichen und pflegerischen Maßnahmen, zusätzlich zur Zusammenstellung einer konkreten Herde für eine Weidesaison in einem bestimmten Gebiet mit seinen Bedingungen. Das Herdenmanagement zielt auf das Tierwohl ab, um einen möglichst hohen Ertrag zu erzielen.

Vom Einzeltier zur Herde

Herdenmanagement ist das Ergebnis aller Entscheidungen, die ich für jedes einzelne Tier und für alle Tiere insgesamt getroffen und dann auch verwirklicht habe. Ich steuere dadurch die Entwicklung meiner Herde. Herdenmanagement ist die Basis für starke Tiergesundheit und Tierwohl einerseits, aber auch für eine effiziente und strukturierte Arbeit am Betrieb andererseits.

Viele dieser laufend zu treffenden Entscheidungen helfen, Maßnahmen zum Herdenschutz zu treffen und so meine Tiere überall wo es möglich ist, meine Tiere zu schützen. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Ablamm- bzw. Abkalberhythmus bezogen auf die Weide und Almsaison. Keine Geburten auf der Weide vermeiden Situationen, die möglicherweise Beutegreifer anlocken (z. B. Nachgeburt, Kuh die sich während der Geburt nicht verteidigen kann…).
  • Die Herde vor einem Almauftrieb auf eine Vorweide im Talbereich geben und sie dort in einem geordneten Tagesrhythmus (immer zur selben Uhrzeit, abgestimmt auf den Fresszyklus) an das Eintreiben in einen Übernachtungs- bzw. Ruhepferch gewöhnen. Das kann zum Beispiel auch bei einem Schlechtwettereinbruch auf der Höhe, schneller in tiefer gelegene Bereiche zu bringen.
  • In Zukunft wird es verstärkt zum Einsatz von sowohl Hüte- wie auch Herdenschutzhunden kommen. Kommen die Tiere auf eine Gemeinschaftsalm, wo solche eingesetzt werden sollen, kann ich im Rahmen der Vorweide die Tiere daran gewöhnen, wenn sie diese nicht kennen.
  • Um den Anforderungen durch eine häufigere Pferchung während der Nacht- und Ruhezeiten gerecht zu werden ist besonders auf eine zielgerichtete Entwurmung mit exakter Dosierung (Wiegung der Tiere!) und auf die Klauengesundheit zu achten!

Es handelt sich also in erster Linie betriebliche Maßnahmen, die im ersten Überlegungen nichts mit Beutegreifern zu tun haben, die aber helfen, die Herausforderungen, die mit diesen einhergehen besser zu meistern.

Siehe auch

https://www.bio-austria.at/a/bauern/herdenmanagement-ist-fuer-alle-betriebe-wichtig/

https://www.tirol.gv.at/fileadmin/themen/land-forstwirtschaft/agrar/LWSJF/Grosse_Baeutegreifer/Herdenschutzstudie_lang.pdf

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