Monitoring

Monitoring

Monitoring ist wissens- und handlungsorientiertes Planen

Es wird als kontinuierliche Überwachung von Vorgängen sowie bestimmter Eigenschaften definiert. Ziel ist es, Informationen über aktuelle Zustände sowie Trends über längere Zeiträume zu erhalten.

Etwas lernen

Monitoring zeigt Vor-gänge und Zustände unserer Umwelt auf.

Änderungen erkennen

Monitoring schafft die Basis für kurzfristig notwendige Entscheidungen. Ergebnisse liefern Hinweise auf unbekannte sowie langfristige Phänomene.

Bewusstsein schaffen

Nur was man kennt, kann man auch einschätzen. Heraus­forderungen lassen sich über eine fundierte Datenbasis erkennen.

Entscheidungs­hilfen

Für die Festlegung von Zielen und Maßnahmen ist Monitoring unabdingbar. Monitoring er-möglicht Ent-scheidungen.

Wirksamkeit prüfen

Ergebnisse des Monitorings sind das wichtigste Werkzeug, zur Prüfung der Wirksamkeit von Management­maßnahmen.

Bevor ein Monitoringkonzept entwickelt wird, müssen fünf Fragen beantwortet sein:

Warum — Was — Wann — Wie — Wer

Monitoring Methoden und Standards
SCALP: „Status and Conservation of the Alpine Lynx Population“

Monitoring ist die kontinuierliche Überwachung von Vorgängen sowie bestimmter Eigenschaften. Dadurch erhält man Informationen über aktuelle Zustände sowie Trends über längere Zeiträume. Anhand dieser Datenbasis können fundierte Entscheidungen getroffen und Managementmaßnahmen gesetzt werden.

Um die Vergleichbarkeit von Monitoringdaten sicherzustellen, wurden die SCALP-Kriterien (Status und Conservierung der Alpinen Luchs-Population) entwickelt. Ursprünglich für das Monitoring des Luchses erarbeitet, finden diese Kriterien mittlerweile Anwendung beim Monitoring aller großen Beutegreifer. Erhobene Daten werden nach ihrer Aussagekraft und Überprüfbarkeit in vier Kategorien eingeteilt.

Erhobene Daten werden nach ihrer Aussagekraft und Überprüfbarkeit in vier Kategorien eingeteilt

Kategorie 1

„Hard Facts“ – Gesicherte Nachweise wie Totfunde von Tieren, fotografisch belegte Sichtungen, gefangene Tiere, genetische Nachweise (z.B. durch Haar- oder Kotproben).

Kategorie 2

Von geschultem Fachpersonal bestätigte Meldungen, z. B. Risse von Nutz- oder Wildtieren sowie bestätigte Spuren.

Kategorie 3

Nicht überprüfte Riss-, Spuren und Kotfunde, – ebenso alle Hinweise, die sich grundsätzlich nicht überprüfen lassen, etwa Lautäußerungen oder Sichtbeobachtungen ohne Beleg.

Kategorie 4

Falschmeldungen oder Nachweise, die keiner Bewertung zugeordnet werden können, weil wesentliche Informationen fehlen.

Arten des Monitorings

Aktives Monitoring

Bei aktivem Monitoring werden Daten gezielt erhoben. Eine Methode des aktiven Monitorings ist die systematische Datenerhebung – das heißt: Anwesenheitszeichen werden nach einem festgelegten Plan, der das Gebiet und die Zeitpunkte der Erhebung festlegt, erhoben. Diese strukturierte Vorgehensweise ermöglicht es, Veränderungen über die Zeit zu erkennen und die Ergebnisse mithilfe von statistischen Methoden auf größere Gebiete hochzurechnen.

Passives Monitoring

Im Gegensatz dazu erfolgt das passive Monitoring opportunistisch – also immer dann, wenn sich zufällig Hinweise ergeben. Dabei gibt es kein festes räumliches oder zeitliches Schema. Das macht es schwieriger, die Informationen miteinander zu vergleichen oder daraus zuverlässige Schlüsse zu ziehen. Auf diese Weise festgestellte Lücken in der Verbreitung bedeuten daher nicht automatisch, dass die Art dort wirklich fehlt – sie können auch nur auf fehlende Beobachtungen zurückzuführen sein.

Habitatmodelle

Habitatmodelle sind für die Planung eines Monitorings eine wichtige Grundlage. Sie können dazu dienen, Populationen zu definieren, sowie Methoden des aktiven Monitorings gezielter auf Lebensräume der jeweiligen Art auszurichten.

Dabei ist jedoch stets zu berücksichtigen, wie das verwendete Habitatmodell zu Stande gekommen ist und auf welchem Datenbestand es beruht (empirisch-statistische Modelle und nicht-quantitative Expertenmodelle; Bezugsgegend…)

 

Quellen: Heurich, M. (Hrsg.), 2019: Wolf, Luchs und Bär in der Kulturlandschaft. Konflikte, Chancen, Lösungen im Umgang mit großen Beutegreifern. Praxisbibliothek Naturschutz und Landschaftsplanung, herausgegeben von Prof. Dr. E. Jedicke. Ulmer-Verlag. Stuttgart. 287pp.

Verantwortlichkeit

In Österreich sind die Bundesländer verantwortlich für das Monitoring großer Beutegreifer. Ihre Daten werden vom ÖZ mit Unterstützung des Forschungsinstituts für Wildtierkunde und Ökologie österreichweit ausgewertet. Daraus entstehen die Verbreitungskarten und der Statusbericht Wolf in Österreich.

Eine Arbeitsgruppe des ÖZ hat dazu Monitoringstandards für den Wolf erarbeitet.
Monitoringstandards für den Wolf