Monitoring

Grundlagen zu Umgang und Management

Monitoring wird als kontinuierliche Überwachung von Vorgängen sowie bestimmter Eigenschaften definiert.
Ziel ist es, Informationen über aktuelle Zustände sowie Trends über längere Zeiträume zu erhalten.

Bei Tieren umfasst diese Information je nach Ziel der Untersuchung, folgende Kategorien.

Populationsgröße, a) allgemein: Individuenzahl einer Population ohne Bezug auf den besiedelten Raum. Die Populationsgröße ist dabei eine Maßzahl, die mit rein ökologischen Methoden bestimmt werden kann und die Zahl aller Individuen einer Population zu einem bestimmten Zeitpunkt berücksichtigt. Man unterscheidet die maximale und die optimale Populationsgröße. Die maximale Populationsgröße ist limitiert durch Umweltfaktoren (limitierende Faktoren; z.B. Lebensraum, Futter-Ressourcen, Klima). Sie wird nur in seltenen Fällen und dann auch meist nur kurzfristig erreicht, da hier eine Übernutzung der natürlichen Ressourcen zu beobachten ist. Die optimale Populationsgröße ist im Gleichgewicht mit der Umwelt, d.h., die Ressourcennutzung überschreitet die Produktion nicht. Eine optimale Populationsgröße wird durch Populationsregulation erhalten. Sie ist etwas geringer als die theoretisch mögliche maximale Populationsgröße. b) effektive Populationsgröße, effective population size, weicht normalerweise von der tatsächlichen Individuenzahl ab, da keine natürliche Population allen theoretischen Bedingungen einer idealen Population entspricht (z.B. zufällige Paarung, keine überlappenden Generationen, keine Selektion, keine Mutation; Populationsgenetik). Es müssen daher Korrekturen eingeführt werden, die Fluktuationen in der Populationsgröße (Populationsfluktuationen), ungleiche Anzahl von Weibchen und Männchen oder die Altersstruktur einer Population berücksichtigen. Das Ausmaß der genetischen Drift (Gendrift) und der Grad der Allelfixierung durch Drift können annäherungsweise als Wert in die Berechnung für idealisierte Populationen eingesetzt werden. Die effektive Populationsgröße einer tatsächlichen Population ist die Anzahl der Individuen in einer theoretisch idealen Population, welche dasselbe Ausmaß an genetischer Drift aufweist wie die tatsächliche Population. Es werden 3 Arten von effektiver Populationsgröße unterschieden. Sie basieren auf 1) dem durchschnittlichen Inzuchtkoeffizienten (inbreeding effective size), 2) der Varianz der Änderungen in der Allelfrequenz (Allelhäufigkeit; variance effective size) und 3) dem Grad des Heterozygotieverlustes (eigenvalue effective size). Dichteregulation, Euler-Gleichung, Evolutionsrate, F-Statistik, Minimum Viable Population, Populationsgefährdungsanalyse.

https://www.spektrum.de/lexikon/biologie/populationsgroesse/53128

Das Habitat (Wortherkunft von lateinisch habitare ‚wohnen‘), im Deutschen meist mit Lebensraum übersetzt, bezeichnet in der Biologie den charakteristischen Aufenthaltsbereich einer bestimmten Tier- oder Pflanzenart[1] beziehungsweise den durch spezifische abiotische und biotische Faktoren bestimmten Lebensraum, an dem die Art in einem Stadium ihres Lebenszyklus lebt.[2]

Der Begriff des Habitats wurde ursprünglich nur autökologisch, also auf eine Art bezogen verwendet. In englischsprachiger Literatur (und mittlerweile auch gelegentlich in deutschsprachigen Texten) wird er auch in synökologischem Zusammenhang verwendet, synonym zu Biotop, so dass auch die Lebensstätte einer Gemeinschaft mit Habitat bezeichnet wird.[3] So definieren Campbell und Reece ein Habitat als einen räumlich abgrenzbaren Teilbereich eines Biotops.[4] Der Begriff wird auch in anderen Wissenschaften verwendet. In der Botanik, speziell der Vegetationsökologie, wird anstelle von Habitat im autökologischen Sinne meist vom Standort gesprochen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Habitat

Für die in Deutschland vorkommenden Wölfe kann man sagen: ein Wolfsrudel gleicht einer Familie. Die meisten Rudel bestehen aus einem Elternpaar und ihren Nachkommen. Das Elternpaar bleibt meist ein Leben lang zusammen und führt das Rudel an. Nur sie paaren sich und bekommen Nachwuchs. Die Jungtiere aus dem Vorjahr sind die Jährlinge oder auch „Jugendlichen“. Diese sind noch nicht geschlechtsreif, bleiben beim Rudel und helfen bei der Aufzucht der diesjährigen Welpen. Sie bringen mit Beute heran oder bleiben als „Babysitter“ bei den Welpen. Das Elternpaar führt die Jährlinge und die Welpen und gibt seine Erfahrungen an die Jungtiere weiter. Die Welpen haben nach acht Monaten fast schon die Größe erwachsener Wölfe. Dies ist die Zeit, in der das Rudel am größten ist.

Die Jährlinge werden zunehmend selbstständig und unternehmen Ausflüge innerhalb und außerhalb des elterlichen Territoriums, bis sie meist im Alter von 1-2 Jahren endgültig abwandern, um ein eigenes Rudel zu gründen. Die Größe des Rudels schwankt somit im Jahresverlauf meist zwischen 5 und 10 Wölfen. Die Schwankung der Rudelstärke wird durch die Geburt der Welpen, das Abwandern der Jährlinge und durch Todesfälle beeinflusst. Unter bestimmten Bedingungen können auch fremde Wölfe in das Rudel integriert werden.

Eine oftmals zitierte Rangfolge mit den „Alphatieren“ und einem „Omegawolf“ am unteren Ende der Hierarchie existiert bei den in Deutschland vorkommenden Wölfen aufgrund der Rudelstruktur bzw. Familienstruktur nicht. In anderen Ländern (z.B. Kanada) gibt es größere Wolfsrudel. Die Größe der Rudel richtet sich nach den vorhandenen Beutetieren, bei größeren Beutetieren werden auch die Wolfsrudel größer. Eine Hierarchie unter Wölfen entsteht nur, wenn mehrere geschlechtsreife Tiere zusammen leben. Um die dabei entstehenden Spannungen zu minimieren, bilden sich feste Rangordnungen. Viele Verhaltensbeobachtungen stammen von Tieren aus Gehegen, bei den sich aus genannten Gründen ebenfalls eine Hierarchie ausbildet. Bei freilebenden Wölfen in Deutschland wandern die geschlechtsreifen Tiere ab, so kommt es gar nicht erst zu Rangordnungskämpfen. Auf der Suche nach einem neuen Revier können Wölfe weite Strecken zurücklegen.

https://www.wolfsinfozentrum.de/rudelstruktur-1.html

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Monitoring ist wissens- und handelsorientiertes Planen

Folgende grundsätzliche Ziele sind möglich:

Etwas lernen

Monitoring über kritische Phasen hinweg, kann ein wichtiger Weg sein, unsere Kenntnisse über Interaktionen innerhalb der Lebensräume zu verbessern.

Änderungen erkennen

Langfristiges Monitoring schafft immer eine fundierte Basis, auch für kurzfristig und schnell notwendige Entscheidungen. Die Daten können sowohl auf bis dahin unbekannte, sowie langfristige Phänomene Hinweise liefern.

Bewusstsein schaffen

Nur was man kennt, kann man auch einschätzen. Der Stellenwert verschiedener Themen und damit verbundenen Herausforderungen lässt sich über eine fundierte Datenbasis erfassen.

Wirksamkeit prüfen

Ergebnisse aus dem Monitoring sind das wichtigste Werkzeug, die Wirksamkeit von Managementmaßnahmen zu überprüfen.

Entscheidungshilfen

Für die Entwicklung von Maßnahmen und der Festlegung von Zielen sind Kenntnisse über die betroffenen Systeme unabdingbar. Monitoring generiert Daten, um darauf basierend Entscheidungen treffen zu können.

Bevor ein Monitoringkonzept entwickelt wird, müssen fünf Fragen beantwortet sein:

Warum — Was — Wann — Wie — Wer

Monitoring Methoden und Standards

Alle zu erhebenden Eigenschaften und Methoden hängen von den Antworten auf diese Fragen ab. Die Sinnhaftigkeit und der Erfolg des Monitorings liegt in der Langfristigkeit. Es muss absolut sichergestellt sein, dass Aktivitäten über lange Zeiträume gleichbleibend wiederholt werden können. Ansonsten ist ein Vergleich zwischen Jahren bestenfalls erschwert, im schlimmsten Fall unmöglich.

Habitat Modelle

Diese sind für die Planung eines Monitorings eine wichtige Grundlage. Sie können dazu dienen, Populationen zu definieren, sowie Methoden des aktiven Monitorings gezielter auf Lebensräume der jeweiligen Art auszurichten.

Dabei ist jedoch stets zu berücksichtigen, wie das Habitat Modell zu Stande gekommen ist und auf welchem Datenbestand es beruht (empirisch-statistische Modelle und nicht-quantitative Expertenmodelle; Bezugsgegend…)

SCALP: „Status and Conservation of the Alpine Lynx Population“

Ein wichtiger Bestandteil, die Vergleichbarkeit von Monitoringdaten sicherzustellen, ist die Anwendung zugänglicher, bekannter und erprobter Standards. Im Bereich des Beutegreifer-Monitorings hat sich hier zur Klassifizierung von Sichtungen bzw. Funden der SCALP-Standard etabliert.

Die Verantwortlichen für das Monitoring des Luchses in sieben Alpenländern arbeiteten im Projekt „SCALP“ (Status and Conservation of the Alpine Lynx Population) zusammen. In Diesem haben sie sich auf eine gemeinsame Darstellung und Interpretation erhobener Monitoringdaten geeinigt. Die Standardisierung erlaubt einen Vergleich im ganzen Alpenraum und hat sich bereits bewährt. Das System kann inzwischen als Standard für Beobachtungen aller großen Beutegreifer gesehen werden.

 

Erhobene Daten werden nach ihrer Aussagekraft und Überprüfbarkeit in vier Kategorien eingeteilt

Kategorie 1

„Hard Facts“ wie Totfund eines Tieres, Beobachtungen mit fotografischem Beleg, eingefangene (Jung-)Tiere und genetische Nachweise.

Kategorie 2

Von ausgebildeten Personen bestätigte Meldungen wie Risse von Nutz- und Wildtieren, Spuren.

Kategorie 3

Nicht überprüfte Riss-, Spuren und Kotfunde, und alle nicht überprüfbaren Hinweise wie Lautäußerungen und Sichtbeobachtungen.

Kategorie 4

Falschmeldung oder keine Einstufung möglich, weil notwendige Informationen fehlen.

Arten des Monitorings

Passives Monitoring
Das passive Monitoring erfolgt über Erfassung und Auswertung von Informationen, die nicht systematisch zur Art festgestellt werden. Das bedeutet, es steht kein Versuchsdesign dahinter, es wurde nicht aktiv an den Funden gearbeitet, sondern diese erfolgen zufällig. Dazu zählen z.B. Totfunde oder Zufallsbeobachtungen.

Zufallsbeobachtungen sind wichtig, da diese als Anhaltspunkt und Ausgangsbasis für systematische Monitoring Vorhaben dienen können. Sie bringen jedoch auch spezielle Herausforderungen, da eben kein standardisiertes Stichprobendesign dahintersteht und es damit zu Verzerrungen im Verbreitungsbild kommen kann. Auch ist der Beobachter meist unbekannt, was ein standardisiertes Vorgehen bei der Beobachtung, Datenaufnahme und Prüfung erschwert. Umso wichtiger ist die Verwendung festgesetzter Kriterien, wie von SCALP.

Aktives Monitoring

Hierbei werden gezielt, nach einem entsprechenden Versuchsdesign mit festgelegten Parametern, Daten gesammelt, um vorab definierte Ziele zu erreichen. Die Sammlung der Daten kann auch opportunistisch erfolgen, d.h. dort wo man sie einfach erheben kann, was aber nur unstrukturierte Daten liefert. Diese können dennoch ein wichtiger Beitrag zur Erweiterung des Datensatzes aus einem standardisierten Design sein. Moderne statistische Verfahren erlauben, Daten aus beiden Herkünften gemeinsam zu analysieren.
Zu den Methoden des aktiven Monitorings gehören nicht nur Feld- und analytische Methoden (DNA…), auch Fragebögen oder gezielte Befragung von Experten können mit entsprechender Planung und Vorbereitung herangezogen werden.

Monitoring großer Beutegreifer in Österreich (BITTE DURCHARBEITEN, VON MIR BEREITS BEARBEITET)
Die Erhebung von Daten auf österreichischem Bundesgebiet erfolgt beinahe ausschließlich im Rahmen eines opportunistischen Monitorings. Der größte Teil an Informationen wird über Begutachtung von Rissereignissen durch Sachverständige gewonnen. Bei den Sachverständigen handelt es sich entweder um direkt Bedienstete der Länder oder beauftragte Personen aus dem Kreis der Amtstierärzte, Jagd-, Forst-, Naturschutzbehörden oder Landesjagdverbänden. Meldungen von Hinweisen aus der Bevölkerung, in erster Linie Fotos oder Sichtungen, werden ebenfalls aufgenommen und so gut als möglich überprüft.

Der Nachweis eines Risses dient sowohl als Basis für die jeweiligen Entschädigungszahlungen nach Schadereignissen als auch dem allgemeinen Monitoring. In den meisten Fällen werden von den Rissbegutachtern, für die sichere Abklärung, Proben zur DNA-Analyse eingesendet. Die österreichweite Abwicklung der DNA-Probennahme wird durch das Österreichzentrum Bär, Wolf, Luchs in Zusammenarbeit mit den einzelnen Landesregierungen koordiniert. Das ÖZ führt eine Liste von berechtigten Rissbegutachtern und sorgt bei diesen, unter anderem durch regelmäßige Weiterbildung, für einen einheitlichen Standard betreffend Probennahme und Beurteilung.

Aktives und ansatzweise systematisches Monitoring erfolgte kleinräumig und zeitlich begrenzt in den letzten Jahren über Forschungsprojekte der Vetmeduni Vienna im Bereich bekannter Wolfsrudel (im Norden Niederösterreichs, v.a. am Truppenübungsplatz Allentsteig in Zusammenarbeit mit dem Militär).

Die erhobenen Daten werden von Landesverwaltungen des jeweiligen Bundeslandes gesammelt und zunehmend (bisher Oberösterreich, Salzburg und Tirol) über Webseiten und Apps öffentlich zugänglich gemacht. Das ÖZ fasst, mit Unterstützung des Forschungsinstituts für Wildtierkunde und Ökologie, die Meldungen für ganz Österreich zusammen und präsentiert sie in Form von regelmäßig aktualisierten Karten.

 

Quellen: Heurich, M. (Hrsg.), 2019: Wolf, Luchs und Bär in der Kulturlandschaft. Konflikte, Chancen, Lösungen im Umgang mit großen Beutegreifern. Praxisbibliothek Naturschutz und Landschaftsplanung, herausgegeben von Prof. Dr. E. Jedicke. Ulmer-Verlag. Stuttgart. 287pp.

 

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