Aktuelle Risszahlen

Risse durch Wölfe in Österreich

Eine einheitlich akkordierte Rissstatistik zu führen ist ein schwieriges Unterfangen.
Neben den begutachteten Rissen gibt es verletzte Tiere (die entweder wieder genesen oder euthanasiert werden müssen) und abgängige Tiere, von denen manche jedoch später wieder auftauchen. Weiters gibt es Entschädigungen auf Kulanzbasis von sogenannten indirekten Schäden (zeitgleich oder später festgestellte Abgänge in Gebieten mit bestätigten Wolfsrissen) oder von unbestätigten Rissen.

Aktuelle Zahlen zu Nutztierrissen 2021 (Wolf)

Stand: 20. September 2021
Risse bzw. Schäden gesamt, Wolf bestätigt
Datenquelle: Bundesländer/Österreichzentrum Bär, Wolf, Luchs

Gesamtübersicht

Nutztierartgetötetverletztvermisst
Schafe4012143
Ziege843
Rind431
Gatterwild200
Summe4152847

Tiere gesamt: 490


Nach Bundesländern

Nicht aufgeführte Bundesländer hatten keine Risse, bei denen ein Wolf nachgewiesen werden konnte!

BundeslandNutztierartgetötetverletztvermisst
Tirol
Schafe23680
Ziege010
Rind010
Gatterwild000
Summe236100
BundeslandNutztierartgetötetverletztvermisst
Kärnten
Schafe84?9
Ziege733
Rind411
Gatterwild000
Summe95413
BundeslandNutztierartgetötetverletztvermisst
Salzburg
Schafe791334
Ziege000
Rind000
Gatterwild000
Summe791334
BundeslandNutztierartgetötetverletztvermisst
Steiermark
Schafe200
Ziege100
Rind000
Gatterwild200
Summe500
BundeslandNutztierartgetötetverletztvermisst
Oberösterreich
Schafe000
Ziege000
Rind010
Gatterwild000
Summe010

Karten und Informationen zu Rissen einzelner Bundesländer

Nutztierrisse – Rissbegutachtungen 2020

Die folgende Grafik zeigt die Verteilung der Rissbegutachtungen 2020 auf die Bundesländer, aufgeschlüsselt danach, ob eine Wolfsattacke bestätigt werden konnte oder nicht. Aus allen Bundesländern bis auf Wien und das Burgenland wurden Risse gemeldet. Tirol war 2020 Spitzenreiter in allen Kategorien (gemeldete, bestätigte, nicht bestätigte Risse). Es war auch das einzige Bundesland in diesem Jahr, in dem die Mehrzahl der Wolfsrissmeldungen bestätigt wurden (82 %). In allen anderen Bundesländern konnte der Wolfsverdacht in der Mehrzahl der Fälle nicht bestätigt werden. Der Wolf ist so präsent in den Köpfen, dass bei allen außergewöhnlichen Vorkommnissen mit Weidetieren der erste Verdacht gleich auf den Wolf fällt.

verdachtsfaelle2020 Aktuelle Risszahlen
Gemeldete Verdachtsfälle von Rissvorfällen im Vergleich zu den davon anhand der DNA bestätigten Rissen, im Jahr 2020, nach Bundesländern

Die Entwicklung der Risszahlen 2009 – 2020 (Wolf)

Die in Tabelle und Grafik ausgewiesenen Verluste (getötete, verletzte und abgängige Tiere) beruhen bis 2016 auf den Monitoringdaten und ab 2017 auf Mitteilungen der Bundesländer an das Österreichzentrum betreffend die jährlichen Entschädigungszahlungen für Wolfsrisse (hier sind nachträglich gemeldete und kulant behandelte Fälle inkludiert).
Mit der Zunahme der Anzahl Wölfe in Österreich im Verlauf der letzten 12 Jahre war insgesamt auch eine Zunahme der Anzahl an Nutztierrissen zu beobachten. Von Jahr zu Jahr schwankten die Zahlen jedoch stark, was damit zu erklären ist, dass bei einem in absoluten Zahlen geringen Wolfsbestand individuelle Verhaltensunterschiede stark zum Tragen kommen können. Einzelne Tiere mit besonderem Interesse an Schafen können in dem begrenzten Zeitraum ihrer Anwesenheit viele Risse und so deutliche Spitzen in der Kurve verursachen.
Wie in anderen europäischen Ländern auch, sind Schafe die mit Abstand häufigsten Opfer von Wolfsangriffen auf Nutztiere. Ziegen sind ähnlich gefährdet, aber viel seltener auf Weiden anzutreffen. Größere, wehrhaftere Weidetiere wie Rinder und Pferde werden weitaus seltener angegriffen. Jungtiere sind bei den letzten beiden Arten eher gefährdet, aber auch erwachsene Rinder wurden in Österreich jeweils von einem Einzelwolf schon gerissen. Beim Gatterwild handelte es sich durchwegs um Damwild oder Mufflon, ein Rotwildgatter war nur in einem Fall betroffen.

entwicklung_risse Aktuelle Risszahlen
JahrSchafZiegeRindPferdGatterwildSumme
200982183
201011412117
2011122115
20124545
201321223
2014222428
20151553158
20161032841
201721122
201812581218154
201917682186
20202942781330
Summe107743303491202
Prozent89,603,582,500,254,08100,00

Verteilung der nachgewiesenen Nutztierrisse auf Bundesländer 2009 – 2020 (Wolf)

Das Auftreten von Nutztierrissen war über die Bundesländer ungleich verteilt. Am stärksten betroffen in den letzten 12 Jahren waren Tirol, Salzburg und Kärnten, gefolgt von Niederösterreich und der Steiermark. Oberösterreich und Vorarlberg registrierten relativ wenige Nutztierrisse, Burgenland und Wien gar keine. Die unterschiedlichen Landesflächen verfälschen das Bild, Vorarlberg war als kleines Bundesland vergleichsweise stärker betroffen als die absoluten Zahlen vorgeben, die größten Bundesländer Steiermark und Niederösterreich vergleichsweise geringer. Die Verteilung der Risse auf die Bundesländer wies auch von Jahr zu Jahr große Unterschiede auf. Jedes Bundesland verzeichnete Jahre ohne Risse und die Position des Spitzenreiters in der Schadensstatistik wurde im Verlauf der Jahre immer wieder von einem anderen Bundesland eingenommen.

JahrSbgStmkKtnTirolVbgSumme
200913640683
2010136935117
20111515
20124545
201312223
201414710628
20151181327158
20164241341
2017761822
201876727191213154
2019575542581186
202021024328110330
Summe:1234723810623240

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